Der Stifter Friedrich Vogel

"Die Arbeit der Wirtschaftspresse ist nicht minder wichtig

wie die Arbeit der Wirtschaft selbst." (Friedrich Vogel)


Friedrich Vogel wurde am 23. Februar 1902 in Düsseldorf geboren. Als Wirtschaftsredakteur leitete er zwei Jahrzehnte lang den Wirtschaftsteil der "Düsseldorfer Nachrichten". 1939 heiratete er Isabella Welter.

Friedrich VogelSeine große Stunde schlug nach Kriegsende: Unter der Lizenz der britischen Militärregierung erschien Mitte Mai die erste Ausgabe des "Handelsblatts" mit einem - vom Papiermangel diktierten - beschränkten Umfang und kleiner Auflage. Friedrich Vogel stellte sich und seiner Zeitung die Aufgabe, zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft wichtige Informationen zu beschaffen und die Verbindungen zum Ausland wiederherzustellen, die der Krieg zerrissen hatte. Leitfigur und -bild Friedrich Vogels waren Ludwig Erhard und dessen Modell der sozialen Marktwirtschaft.

Der Verleger Dr. Friedrich Vogel (seine jounalistische Herkunft verleugnete er nie) und die Redaktion Handelsblatt setzten sich mit Nachdruck für die soziale Marktwirtschaft ein. Beide blieben bei diesem liberalen Kurs und bei der Ablehnung planwirtschaftlicher Vorstellungen. Ebenso fremd blieben dem Stifter einseitige Verherrlichung von Arbeitgeberstandpunkten, von der Unentbehrlichkeit starker Gewerkschaften war er überzeugt.

Um deutsche Unternehmen bei ihren Exportbemühungen zu unterstützen, schuf er den Weltwirtschaftsteil des Handelsblatt, dessen Länderberichte viel Anerkennung fanden. Über die Jahre legte er den Grundstein zum bis heute sehr erfolgreichen Ausbau der Marke "Handelsblatt".

Ob bei den Vollversammlungen der Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer, der Deutsch-Englischen Gesellschaft in Königswinter, im Düsseldorfer Deutsch-Französischen Kreis: der belesene, welt- und sprachgewandte Verleger fand überall Gehör und inspirierende Gesprächspartner. Zu seinem 65. Geburtstag erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.

Am 2. März 1976 starb Friedrich Vogel, knapp einen Monat nach dem Tod seiner Frau. Seit 1984 möchte die "Friedrich und Isabel Vogel-Stiftung" sein journalistisches Verständnis bewahren und den Nachwuchs fördern.